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Warum wir uns nicht trauen, nach innen zu gehen

Viele Menschen spüren sehr genau, dass etwas in ihrem Leben nicht stimmig ist. Sie fühlen Leere, Erschöpfung oder innere Unruhe.

Und trotzdem ändern sie nichts. Nicht, weil sie dumm sind. Nicht, weil sie schwach sind.

Sondern weil nach innen gehen Konsequenzen hat.

Denn wer wirklich nach innen schaut, kann nicht mehr übersehen, wo er sich verbiegt, wo er bleibt, obwohl er innerlich längst gegangen ist, und wo er etwas aufrechterhält, das nicht mehr zu ihm passt.

 

Deshalb wünschen sich viele Veränderung – aber keine Änderung.

Sie möchten, dass es leichter wird, ohne dass sich ihr Leben wirklich bewegen muss. Dass der innerliche Schmerz aufhört, ohne dass etwas zu Ende geht. Doch genau das funktioniert so nicht.

Gefühle machen uns nicht schwach. Sie machen uns ehrlich. Und Ehrlichkeit bedeutet, dass wir irgendwann handeln müssen.

Das ist der Punkt, vor dem wir zurückschrecken.

Solange wir nicht bereit sind, innerlich etwas zu wandeln, versuchen wir, das Alte im Außen aufrechtzuerhalten.

Mit Anpassung.

Mit Kontrolle.

Mit Ablenkung.

Mit Durchhalten.

 

Manchmal über Jahre oder Jahrzehnte.

Und irgendwann greift das Leben ein. Nicht aus Grausamkeit, sondern weil das, was nicht mehr passt, nicht ewig mitgetragen werden kann.

Dann erleben wir Trennungen, Verluste oder Zusammenbrüche als Schicksal. Als etwas, das uns passiert ist. Wir fühlen uns ausgeliefert, als Opfer.

Oft erkennen wir erst im Rückblick, dass diese Einschnitte notwendig waren. Dass sie uns dorthin geführt haben, wo wir uns selbst wiederfinden konnten.

Der leichtere Weg wäre gewesen, früher hinzuschauen. Nicht perfekt. Nicht mutig im klassischen Sinn. Sondern ehrlich.

Nach innen zu gehen bedeutet nicht, alles sofort zu verändern.

Aber es bedeutet, nicht mehr so zu tun, als wäre alles egal.

Und genau darin liegt die eigentliche Angst.

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